Die Hornisten des Bayerischen Staatsorchesters

Es ist kein großes Geheimnis, dass die Horngruppe in einem Orchester die Menschenansammlung innerhalb des Ensembles mit der größten Lebenslust ist. Diese Grundregel sorgt auch dafür, dass Hornisten auf der einen Seite traditionsgebundene Menschen sind und auf der anderen Seite gern neue, abenteuerliche Wege beschreiten.

Als sich die „Munich Opera Horns“ 2007 gegründet haben, ging es ihnen darum, die Tradition ihres Ensembles zu beleben und – jenseits der Opern-Routine – neue, gleichberechtigte Formen des Spiels zu entwickeln.

Die Horn-Tradition des Münchner Orchesters ist lang: Bereits 1706 wurden die ersten Hornisten von Kurfürst Max Emanuel III. fest an der Bayerischen Hofkapelle angestellt. Seither hat das Orchester alle großen Komponisten begeistert; Richard Wagner und Richard Strauss wurden zu „Hausgöttern“. Kontinuierlich entwickelte sich ein eigener, unverwechselbarer Klang, eine feine Kultiviertheit mit allerhand Biss, eine vokale Linie und ein präziser Anstoß.

Diesem Ideal sind die „Munich Opera Horns“ bis heute verpflichtet. Ihre erste Einspielung von Robert Schumanns Konzertstück für 4 Hörner mit Kent Nagano und dem Staatsorchester (FARAO classics) wurde von der Kritik gefeiert. Seither arbeitet das Ensemble an der Ausweitung seiner Klangzone. Neue Arrangements für Stücke von Bach bis Piazzolla wurden in Auftrag gegeben. Besonders intensiv ist die Zusammenarbeit mit dem Hornisten und Komponisten Franz Kanefzky und mit dem Gegenwartskomponisten Miroslav Srnka, der „Munich Opera Horns“ seine Komposition „Fan Faire“ auf den Klangkörper schrieb.

Die Arbeit der „Munich Opera Horns“ zeichnet sich durch Gleichberechtigung aller Stimmen und die gemeinsame Begeisterung für unterschiedliche Musikstile aus. In „Munich Opera Horns“ spielen Oberbayern mit Niederbayern und einem Thüringer zusammen, dazu eine Australierin und eine Französin. Johannes Dengler, Franz Draxinger, Rainer Schmitz, Milena Viotti, Wolfram Sirotek, Maximilian Hochwimmer, Christian Loferer, Stefan Böhning und Casey Rippon wechseln ständig ihre Rollen und arbeiten gemeinsam am klanglichen Ideal des Ensembles. Eine Arbeit zwischen Proben und Aufführungen, die sich auch im Klangbild des Orchesters widerspiegelt.

Axel Brüggemann